Übersicht

Ganzheitliche Behandlung des Heuschnupfens (Pollinosis)
Ergänzungen zu den Ausführungen in der
TV-Sendung im Saarländischen Rundfunk
am 08.04.2002 um 18 Uhr.


Pollinosis, d. h. Heuschnupfen tritt im Frühjahr auf mit den äußerst lästigen Symptomen Niesattacken, laufende, juckende Nase und Augen, Verschwellung der Schleimhäute des Nasen-Rachenraumes mit Kratzen, Jucken, Brennen. Nicht nur das Allgemeinbefinden, sondern auch die Konzentration sind behindert.
Auslöser für diese Symptome ist ein über-reagierendes, überschießendes Immunsystem, das auf übliche Umweltstoffe wie Pollen, im späteren Verlauf auch auf Staub, Hitze, Sonne, Abkühlung durch Wind usw. mit einer übertriebenen Abgabe von Histamin (ein Botenstoff) antwortet, das mit den oben genannten Symptomen verbunden ist.
In der modernen Medizin werden Medikamente verabreicht, die die überschießende Abgabe von Histamin stoppen, den Juckreiz unterdrücken, die Schleimhäute zum Abschwellen zwingen. Oder man führt über ca. zwei Jahre eine Desensibilisierung gegenüber den in Frage kommenden Allergenen durch.

Alternative Möglichkeiten sind:

1. Akupunktur

2. Wassertherapie nach Kneipp

3. Homöopathie

4. Pflanzenheilkunde

5. Ausleitende Verfahren


Zu 1.:
Ca. Dreiviertel der Patienten reagieren, auch im Akutfall, auf eine kleine Anzahl bestimmter Akupunkturpunkte, die auch in der chinesischen Literatur immer wieder als geeignete Punkte Erwähnung finden. Zusätzlich werden sog. konstitutionelle Punkte genadelt, je nachdem welcher Klimaeinfluß (Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit, Wind) oder welche Organbelastungen (Leber, Niere, Milz etc.) oder welche emotionalen Belastungen (Ärger, Angst, Grübeln, Trauer etc.) bei der jeweiligen Person ein wichtiges Lebensthema ist. Die chinesische Diagnostik stützt sich auf Zungen- und Pulsdiagnostik, ausführliche Befragung (Anamnese) und körperliche Untersuchung.
Ziel der Akupunktur, die übrigens mit feinsten Nädelchen und meistens schmerzfrei erfolgt, ist es, einen energetischen Ausgleich vom Ort der gestauten Energie (hier also der Nasen-Rachen-Raum mit seinen Schleimhäuten) in Zonen des energetischen Mangels "abzuleiten". Begleitend kann Schröpfen, Skin-Wave® oder Wärme-Behandlung (Moxa) durchgeführt werden.

Ablauf der Therapie: Im Akutfall: 1 - 2 x pro Woche, insgesamt sollten 4 - 6 Behandlungen ausreichen.
Dauer: Eine Akupunktur-Sitzung dauert 45 - 60 Minuten.
Erfolg: Oftmals hilft die Therapie nicht nur für die jeweilige Saison, sondern auch für die nächste - oder für immer, da der Anspruch einer ganzheitlichen Behandlung besteht:
Man behandelt nicht den Heuschnupfen, sondern den individuellen Menschen, der Beschwerden im Sinne des Heuschnupfens hat.
Zweckmäßigerweise und um den Erfolg zu steigern, kombiniert man Akupunktur mit anderen, z. B. unten angeführten Verfahren.

Zu 2.:
Nach den Anweisungen des Pfarrers Kneipp eignen sich drei Möglichkeiten, um den "energetischen Stau" in den Schleimhäuten der oberen Luftwege "umzuleiten". Weitere Ziele der Wassertherapie sind: Abhärtung, Gewöhnung des Körpers an einfache Reize, wie Kälte, Wärme. Anregung der Durchblutung der Haut und somit begleitend auch der inneren Häute, der Schleimhäute.

A. Wassertreten: Abends vor dem Schlafengehen 2 - 3 Minuten im ca. 20 cm tiefen kalten Wasser (Badewanne, Dusche o . ä.) wie ein Storch im Salat waten. Anfangs tritt natürlich eine Kaltempfindung auf, danach kommt eine Phase des Wohlbefindens - der Körper hat sich mit der Kälte abgefunden, man sagt, an sie "adaptiert" - bitte das Wasser verlassen, bevor das "zweite Frieren" auftritt. Nur mit den Händen abstreifen, sofort ins Bett und (durch)schlafen. Besonders bei nächtlichen Nies-/Nasenkitzel-Attacken/Atemnot beeignet. Bitte nur bei warmen Füßen anwenden oder vorher warmes Fußbad machen.

B. Kalter Halswickel: C. 1 Meter langes Küchenhandtuch der Länge nach zusammenraffen, zur Hälfte in kaltes Wasser tauchen und auswringen. In zwei Windungen, zuerst mit der feuchten Hälfte, in der zweiten Windung mit der trockenen Hälfte, um den Hals wickeln und mit einem Schal fixieren. Ca. eine Stunde belassen. Gut geeignet für abends (dann mit dem Halswickel ins Bett gehen und über Nacht liegen lassen) oder untertags.

C. Ansteigendes Armbad: Waschbecken mit warmem Wasser füllen (ca. 37 °C), mit den entblößten Unterarmen im Wasser baden und im dünnen Strahl heißes Wasser zulaufen lassen, sodaß etwa in 10 Minuten die Wassertemperatur auf noch eben erträgliche Temperatur "ansteigt". Arme herausnehmen, abtrocknen und kurz nachruhen. Die Erweiterung der Blutgefäße der Arme und des Oberkörpers entstaut die Schleimhäute der Kopfregion.

Zu 3.: 
Homöopathie ist die wohl differenzierteste, individuellste naturheilkundliche Therapie, die aus zwei einhalb tausend Mitteln d a s Mittel für den entsprechenden Patienten heraussucht. Einzelheiten siehe unsere Ausführungen unter "Therapien".
Bei Heuschnupfen ideal als ergänzende Therapie zur Akupunktur: Akupunktur wirkt sehr schnell, Homöopathie benötigt etwas Zeit, um tiefgreifend zu wirken.
Bestens geeignet (v. a. auch ohne stechende Verfahren wie Akupunktur) bei Kindern. 

Zu 4.: Pflanzenheilkunde:
Bestimmte Teemischungen können selbst gemischt und zubereitet werden:

Thymian - wirkt auf die Schleimproduktion der Luftwege

Salbei - verflüssigt Schleim bei Trockenheit der Schleimhäute

Kamille - wirkt entkrampfend, auch auf spastische Bronchialschleimhaut

Augentrost - lindert Jucken und Verschwellung der Augenschleimhäute

Malve - beruhigt das überschießende Immunsystem

In gleichen Teilen - z. B. je 20 Gramm - zusammenmischen, 3 x täglich eine Tasse, pro Tasse eine Prise (was in Ihre drei Greiffinger paßt) nehmen, kochendes Wasser aufgießen, 5 Minuten ziehen lassen. Dann genießen. Eine Tasse ist übrigens eine große Jumbo-Tasse, da die zusätzliche Flüssigkeits-zufuhr wichtig ist.

Zu 5.: In bestimmten Fällen kann, bei allgemeinem Überschuß von Energie oder Körpersäften des Patienten, ein Ausleitendes Verfahren sinnvoll sein, z. B. Aderlaß, Schröpfen, Skin-Wave®, Baunscheidtieren. Im Einzelfall sollte dies von einem Arzt erkannt und geplant werden.

Interessante Literatur:
Handbuch der Heuschnupfentherapie
Konventionelle Therapie - Bewährte Naturheilverfahren
Von K. - H. Friese (Hrsg.), Joh. Sonntag-Verlag, Stuttgart.